Pokerspielen
Poker, ob real oder online gespielt, erfreut sich in den letzten Jahren auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit. Dazu haben nicht zuletzt die Pokerräume im Internet beigetragen, durch die das Spiel salonfähig und einer breiten Masse zugängig gemacht wurde.
Poker stammt eigentlich aus Amerika. Über die Ursprünge gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die meisten Quellen gehen allerdings davon aus, dass das deutsche Poch und das französische Poque einen hohen Einfluss hatten.
Aus dem zunächst nur mit 20 Karten gespielten Poker entwickelten sich im Laufe der Zeit die heutigen Stud und Draw Poker Varianten.
Über viele Jahre hinweg war Poker nur als reines Glücksspiel bekannt und dementsprechend mit einem anrüchigen Ruf behaftet. Zudem nährten Meldungen über Falschspieler, gewalttätige Auseinandersetzungen und skrupellose Profispieler das negative Image. Erst in den 1970-er Jahren mit Beginn der World Series of Poker änderte sich das Bild und seine strategische Komponenten rückten mehr in den Vordergrund.
Der Reiz des Poker besteht in der Mischung aus beidem. Welche Karten gelegt werden und welche Hände man daraus bilden kann, ist in der Tat reine Glückssache und wie bei jedem Glücksspiel besteht der Nervenkitzel darin, die Wahrscheinlichkeit ad absurdum zu führen. Dennoch ist man von diesem Glück nicht ausschließlich abhängig. Eine schlechte Hand muss nicht zwingend verlieren. Wichtig ist oftmals nicht, die beste Hand zu haben, sondern die Mitspieler glauben zu lassen, man hätte sie. Profispieler beherrschen die Kunst der so genannten tells (engl.: erzählen, im Poker: Veränderungen in der Haltung, Gestik, Mimik und dem Verhalten eines Spielers, die Rückschlüsse auf die Qualität seiner Hand zulassen) nahezu perfekt. Das im Sprachgebrauch oft genutzte Wort „Pokerface“ bildet den Kontrast dazu.
Das Pokerspiel hat viele Varianten, die weitaus häufigste und auch bei Turnieren gespielte ist das „no Limit Texas Hold’Em“. Aber auch Seven Card Stud , das bis vor wenigen Jahren als einzige Pokervariante in Casinos angeboten wurde, oder Dive Card Drawe, bekannt aus Westernfilmen, sind nicht aus der Mode gekommen.
Gespielt werden kann sowohl real, also zu Hause im Freundes- oder Familienkreis, als auch im Spielcasino oder im Internet. Öffentliche Pokerräume wie in Amerika gibt es in Deutschland nicht, da Poker als Glückspiel einer Genehmigung unterliegt.
Poker spielen im Internet hat immer mehr an Popularität gewonnen. Viele Pokerräume bieten neben den Tischen, an denen um echtes Geld gespielt wird, so genannte Spielgeldtische an, in denen vor allem Anfängern ein schneller Einstieg in die Regeln des Pokerspiels und seine Varianten ermöglicht wird. Aber Vorsicht! An diesen Tischen wird häufig sehr aggressiv und mit unangemessen hohen Einsätzen gespielt, da jederzeit neue Chips nachgebucht werden können. Die teilweise in kurzer Zeit sehr hohen Gewinne suggerieren eine schnelle und hohe Gewinnwahrscheinlichkeit, die bei Echtgeldspielen nicht gegeben ist.
Poker spielen ist mittlerweile ein Zeitvergleich geworden, der vor allem Männer fasziniert. Nicht zuletzt durch die TV Shows von Stefan Raab im Fernsehen.
Der Nachteil beim online Poker ist, dass Mimik und Gestik der Mitspieler nicht sichtbar sind, aber zumindest über das Setzverhalten lassen sich Rückschlüsse auf Strategie und die Qualität der Hände ziehen.
Eine Teilnahme an den immer beliebter werdenden Poker Turnieren ist sowohl online als auch real möglich. Die Fernsehübertragungen einiger von ihnen bieten neben dem Lerneffekt einen hohen Spannungsfaktor und weisen steigende Zuschauerzahlen auf.
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